Gemeinde Freden (Leine)

Geschichte der Samtgemeinde

Kurzer Überblick über die Geschichte unserer Samtgemeinde und ihre derzeitige Situation

Die Samtgemeinde Freden (Leine) entstand am 1. Juli 1965 durch den freiwilligen Zusammenschluß der damaligen Gemeinde Everode, Meimerhausen, Freden (Leine), Winzenburg, Eyershausen, Ohlenrode und Wetteborn. Dabei behielten alle Gemeinden ihre politische Eigenständigkeit, bedienten sich jedoch gemeinsam der Samtgemeindeverwaltung. Durch die Gemeindereform in Niedersachsen wurde am 1. März 1974 die Samtgemeinde Freden (Leine) unter das neue Recht gestellt. Dabei wurde zugleich eine Neugliederung des Ortes Freden (Leine) durch Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinde Meimerhausen vorgenommen. Die Gemeinden Eyershausen, Ohlenrode und Wetteborn schlossen sich zu der Gemeinde Landwehr zusammen. Zur Gemeinde Winzenburg gehörten die Ortsteile Winzenburg, Westerberg, Klump und Schildhorst. Ebenfalls der Samtgemeinde Freden (Leine) zugehörig waren das Rittergut Esbeck, das Waldgut Mölmerhagen und die Domäne Haus Freden. Alle drei Güter sind Teile von politischen Gemeinden. Die Samtgemeinde Freden (Leine) bestand also aus den Gemeinden Everode, Freden (Leine), Winzenburg und Landwehr.

Am 1. November 2016 endet die Geschichte der Samtgemeinde Freden (Leine) mit der Umbildung in eine Einheitsgemeinde. Festgelegt wurde dieser Schritt im Zukunftsvertrag mit dem Land Niedersachsen, der am 14. September 2016 unterzeichnet wurde.

Im mittleren Leinetal, das durch waldreiche Höhenzüge wie zum Beispiel Duinger Berge, Hils, Selter, Sieben Bergen, Sackwalde und andere mehr begrenzt wird, liegt die Gemeinde Freden (Leine). Das Leinetal ist sehr vielgestaltig, unterschiedlich in seinem geologischen Aufbau und wechselvoll in seinen landschaftlichen Formen. Erwähnenswert ist die Vielzahl der waldreichen Höhenzüge, deren enge Gliederung durch verträumte Täler mit fruchtbaren Weiden, Wiesen und Feldern harmonisch aufgelockert wird. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, daß östlich von der Gemeinde Freden (Leine) der Harz und westlich über das Leinetal hinaus das Weserbergland zu erreichen sind.

Erdgeschichtlich Interessierte werden bereits festgestellt haben, daß die Bodenbeschaffenheit des Fredener Raumes sehr aufschlußreich ist.Die meisten Erdschichten des hiesigen Gebietes existieren bereits seit  ca. 200 Mill. Jahren , sie sind im sogenannten Mesozoikum entstanden. Die älteste Eiszeit, die Elster-Eiszeit, vor ca. 300.000 Jahren blieb vor Freden stehen. Das Geschiebematerial, nordische Steine, Kies und Sand, blieben nach der Auftauperiode an der Marke als End- und Seitenmoränen zurück,  die von der entsprechenden ortsansässigen Wirtschaft genutzt werden (Beton-, Sand- und Kieswerke). Ebenso positiv wirken sich geologisch gesehen auch die unzähligen Überschwemmungen der Leine aus. Der im Lauf der Jahrtausende von der übertretenden Leine mitgeführte "Flottboden" enthält nämlich den besten Extrakt aller der von ihrem Lauf berührten Bodenflächen. Das Wasser floss damals nicht, wie die Leine jetzt nach Norden, sondern nach Süden. Die Schichtungen in den Sandablagerungen belegen dies.

Der Ort Freden (Leine) wird erstmalig erwähnt in einer Schenkungsurkunde, die besagt, daß Heinrich der IV. im Jahr 1 068 den Fredener Bezirk in die Hand des Hildesheimer Bischofs Herzilo gegeben hat. In dieser Urkunde wird der Archidiakonatsbezirk Fredenon' genannt, womit der Ortsteil Groß Freden gemeint war.

Die Herkunft des Ortsnamens " Freden" kann nicht eindeutig nachgewiesen werden. Sowohl das plattdeutsche " Frieden', (Einfriedigung ) als auch der Hinweis auf eine evtl. " Furt", scheiden als Namensdeutung aus. Es gibt auch bei der Stadt Braunschweig den Namen Freden und bei Iburg heißen zwei Berge " Kleiner und Großer Freden ".

Die Gemeinde ist in ihrer anmutigen Hügelhang- und Tallage so abwechslungsreich eingebettet in das Leinebergland, daß es von keiner Seite aus ganz übersehen werden kann.

Schon die Wildbeuter der Nacheiszeit hinterließen am "Aschenstein" im "Döhr" (Tür) hochinteressante Reste einer Renjägerstation von vor 16.000 Jahren. Alte Flurnamen weisen dann auf eine sehr frühe Besiedlung hin. Bronzezeitliche Funde aus den"Apenteichen' lassen auf ein vorgeschichtliches Heiligtum schließen. Karolingerzeit, Sachsenkriege und Christianisierung verdeutlicht ein historischer Lehrpfad auf der Hohen Schanze" zwischen Freden und Lamspringe. Eine römische Schale aus dem 2./3. Jahrhundert ist Beweis für germanische Handelsbeziehungen nach dem Süden.

Das neuentdeckte Tympanon an der St.Laurentius-Kirche besticht und die nahegelegene Winzenburg mahnt durch den imposanten Rest ihres Bergfrieds an die reichspolitische Rolle ihrer Burgherren Hermann I. und II. während des 12.. Jahrhunderts. Unrühmlicher war das Schicksal der durch eine "Grote Busse' zerstörten Raubritterburg "Hausfreden'. Die Hildesheimer Stiftsfehde 1 51 9 bis 1 523, besonders aber auch der Dreißigjährige Krieg schlugen Wunden, die erst im 1 9. Jahrhundert mit Aufhebung der Dreifelderwirtschaft, des Flurzwanges und mit Durchführung der Verkoppelung' - einer Umwandlung der kleinen Handtuch'-Ackerflächen in größere, für eine rationelle Bewirtschaftung geeignete - vernarbten, über eine Schuhleistenfabrik, eine gewaltige Glashütte, ein Kalkwerk und den Kalischacht "Hohenzollern" erlebte der Ort dann ab 1871 einen 60jährigen, unvergleichlicher Wirtschaftsboom, der während der Weltkrise in den zwanziger Jahren innerhalb von elf Jahren zum völligen Niedergang führte. Erst nach diesem Krieg fasste Fredens industrielle Kraft neu Fuß. Betonbau, Sandabbau, Maschinen- und Metallbau sowie Gleisbau sind neben der Kunststoffverarbeitenden Industrie die hauptsächlichen Industriezweige im Bereich der Samtgemeinde Freden (Leine).

Für den Erholungssuchenden sind gut ausgezeichnete Wanderwege, Schutzhütten, Grillplätze und anderes mehr im Samtgemeindebereich angelegt worden. Als besonders empfehlenswerte Erholungsgebiete sollen hier nur Everode, Winzenburg und Freden (Leine) erwähnt werden, die am Rand des im regionalen Raumordnungsprogramm Hildesheim festgelegten Erholungsgebietes "Östliches Alfelder Bergland' liegen. Zugleich sei hiermit aber auch auf das Freizeitangebot in der Samtgemeinde Freden (Leine) hingewiesen. Neben den vielen Wandermöglichkeiten bieten , Leineufer (für Angler und Kanufahrer ), Schwimmbad und Sportplatz sowie Sportvereine, Gesangvereine, Musikzüge der Freiwilligen Feuerwehr und viele andere Vereine Geselligkeit und sinnvolle Freizeitgestaltung. Kulturelle und sportliche Gemeinschaften, gleich welcher Art, bilden darüber hinaus einen nicht zu unterschätzenden Faktor im Leben der Gemeinde, zumal auch die geschlossenen und öffentlichen Veranstaltungen dieser Vereine besondere Ereignisse im kulturellen und gesellschaftlichen Leben darstellen.

Ein kultureller Höhepunkt in Freden (Leine) sind die Jährlich in der Zehntscheune in Freden (Leine) stattfindenden Internationalen Fredener Musiktage.
Besonders hervorzuheben sei hierbei noch die sehr gute Gastronomie, die in allen Orten der Gemeinde vorhanden ist.